Planungshilfe Pelletheizung

In der folgenden Zusammenstellung finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Pelletheizungen. Wir führen Sie in 10 Schritten hin zu Ihrer neuen Pelletheizung.

Diese Seite befindet sich noch im Aufbau und wird stetig erweitert.

  

1. Energie- und Fachberatung

Vor Beginn der Heizungsmodernisierung ist eine unabhängige Fachberatung sehr zu empfehlen.

 2. Heizleistung und Wärmebedarf

Um die richtige Dimensionierung der Heizung zu gewährleiten, ist eine Wärmebedarfsrechnung erforderlich.

Das Technologie- und Förderzentrum des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine Übersicht zusammengestellt, um den Objektwärmebedarf selbst zu schätzen.

Wir empfehlen, den exakten Bedarf von einem Energieberater oder Heizungsinstallateur vor Ort ermitteln zu lassen. Bei größeren Anlagen für mehrere, oder größere Gebäude ist der Wärmebedarf immer vom Fachberater festzustellen.

Keinesfalls sollte der Kessel "sicherheitshalber" größer dimensioniert werden!

  3. Anlieferung, Bezugsquellen, Kosten

Was ist beim Kauf und bei der Anlieferung wichtig?

Hinweise zum Kauf von Holzpellets

  • Qualität
  • Mindestabnahmemenge
  • Preis (abhängig von der Liefermenge)
  • Transportkosten
  • Gibt es eine zusätzliche Einblaspauschale bei Lieferung mit dem Pumpwagen (bei losen Pellets)?
  • Benutzt der Lieferant bei der Anlieferung mit dem Tankwagen ein Absauggebläse zum Absaugen der Luft um die Staubbelastung möglichst gering zu halten?

Ergänzende Informationen finden sie hier.

Hinweise zur Anlieferung von Holzpellets

Für die Anlieferung von Holzpellets werden Silowagen benutzt von denen aus die Pellets in den Lagerraum/ -behälter eingeblasen werden. (Ausgenommen davon ist Sackware für kleine Pelletöfen.)

Die Entfernung zwischen dem Befüllanschluss des Lager und Parkposition des Silowagen darf nicht mehr als 30 m betragen. Zum einen sind die Silowägen in der Regel nur mit Pumpschläuchen von 30 m Länge ausgerüstet und zum anderen kann es bei längeren Schläuchen zur Beschädigung der Pellets kommen. Sollte die Entfernung dennoch länger sein, sollten Sie vorher Ihre Pelletlieferanten kontaktieren.

Die Heizungsanlage ist aus Sicherheitsgründen mindestens drei Stunden vor dem Befüllen des Lagerraumes abzuschalten.

Bei einigen Pelletlagertypen ist es zusätzlich notwendig, dass sich in unmittelbarer Nähe des Lagers ein Stromanschluss mit 230 Volt und 16 Ampere befindet.

Wo finde ich Pellethändler?

Weitere Informationen zur Pellethändlern finden Sie hier.

  4. Lagerraum

TIPP: Der Deutsche Energie Pellet Verband e.V. (DEPV) hat auf Basis der Erfahrungen seiner Mitglieder eine Empfehlung zur Gestaltung von individuellen Lagerräumen für Holzpellets erarbeitet. In dieser Publikation finden Sie sehr wichtige und hilfreiche Detailinformationen.

 Welche Möglichkeiten der Lagerung gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen industriellen Lagerbehältern (Fertiglagersystemen) und individuell erstellten Lagerräumen unterschieden.

Industrielle Lagerbehälter

Der DEPV empfiehlt den Einsatz von Fertiglagersystemen, da viele verschiedene Faktoren der Lagerung die Qualität der Pellets und die Sicherheit des Betreibers beeinflussen. Die Sicherheitsanforderungen in diesem Bereich sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen und können durch Fertiglagersysteme besser gewährleistet werden. Komplettsysteme, die speziell für die Lagerung von Pellets angeboten werden beinhalten in der Regel neben dem Lagerbehälter auch die Befüllvorrichtung und manchmal die Entnahmeeinheit. Die statische Ausführung und die Staubdichtheit sind im Fall von Fertiglagern vom Hersteller geprüft und der Montageaufwand gegenüber dem Eigenbaulager deutlich reduziert. Um einen störungsfreien Betrieb gewährleisten zu können ist es wichtig, dass sowohl Pelletlager als auch Austragungssystem mit dem Kesseltyp kompatibel sind. Pelletkessel, Austragsystem und Lagersystem müssen immer ein abgestimmtes System darstellen (DEPV). Preislich unterscheiden sich laut DEPV die Lagersysteme kaum von selbstgebauten Lagerräumen. Anhaltspunkt für die Beschaffung des Lagersystems sind der Jahresbrennstoffbedarf, die Zugänglichkeit, die Deckenhöhe und die Untergrundbeschaffenheit.

  • Silos aus Gewebe oder Metall: Die Aufstellung erfolgt im Keller, oder gegen Umwelteinflüsse geschützt außerhalb des Hauses. Bei Gewebe- oder Sacksilos gibt es UV-Silos und Hubsilos. Hubsilos haben mehr Kapazität auf gleichem Raum.
  • Erdlager (Erdsilo): Die unterirdische Lagerung außerhalb des Gebäudes bietet sich an, wenn kein Lagerraum innerhalb des Hauses zur Verfügung steht. Erdsilos werden aus Beton oder Kunststoff angeboten.
  • Pellet Airbag: Die Plane des Pellet Airbags wird im Lagerraum ausgelegt und an den Wänden befestigt. Diese wird bei der Befüllung aufgeblasen. Die Vorteile dieses Systems liegen in der vollständigen Befüllung und automatischen Entleerung ohne Lagerraumverlust und dem Schutz der Pellets vor Feuchtigkeit. Es ist in nahezu jeden Lagerraum integrierbar und schnell und unkompliziert einzubauen.

Individuell erstellte Lagerräume mit Schrägböden

Individuell erstellte Lagerräume für Pellets befinden sich innerhalb des Hauses in geeigneter Lage zur Heizung. Wichtig dabei ist, dass es sich um trockene und möglichst staubfreie Räume handelt. Es ist von Vorteil, wenn der Lagerraum an eine Außenmauer des Hauses grenzt, da erhierdurch leichter befüllt werden kann. Ab 10.000 Litern Lagermenge gelten höhere Anforderungen an die Lagerung und die Sicherheit des Lagerraums. Informationen zum Eigenbau von Holzpelletlagern befinden sich in der Empfehlung des DEPV.

 Wie groß muss der Lagerraum sein?

Holzpellets besitzen eine relativ hohe Energiedichte. Deshalb wird ein deutlich geringeres Lagervolumen benötigt, als für andere biogene Festbrennstoffe. Dies ermöglicht eine problemlose Vorratshaltung für eine Heizperiode.
Als Richtwert für das Fassungsvermögen eines Pelletlagers kann das 1,2 bis 1,5fache des Jahresbedarfs herangezogen werden. Eine Fläche von 2 m x 3 m sollte deshalb nicht unterschritten werden. 

Faustregel für das benötigte Lagervolumen: 1 kW Heizlast = 0,9 m³ Lagerraum (inkl. Leerraum)

Beispiel:

Ein Einfamilienhaus mit errechnetem Wärmebedarf von 15 kW
15 kW Wärmebedarf x 0,9 m³/kW = 13,5 m³ Lagerraumvolumen (inkl. Leerraum)
Nutzbarer Rauminhalt: 13,5 m³ x 2/3 = 9 m³

Pelletmenge: 9 m³ x 650 kg/m³ = 5850 kg
Gelagerte Energiemenge: 5850 kg x kWh/kg = 29250 kWh = 3000l Heizöl

Was muss bei der Konzeption des Lagerraumes beachtet werden?

In den meisten Bundesländern gibt es bis zu einer Lagermenge von 10.000 Litern keine Auflagen. Es ist jedoch empfehlenswert, den Lagerraum bereits heute nach strengeren Richtlinien zu konzipieren. Einheitliche bundesweite Regelungen gibt es nicht.

Bei dem Bau eines Lagerraumes ist auf wichtige bautechnische Ausführungen zu achten. Erkunden Sie sich bei einem kompetenten Installateur und bei Ihrem Schornsteinfeger.

Ausführungshinweise für den Brennstofflagerraum:

Wände  Die Umschließungswände müssen den statischen Anforderungen der Gewichtsbelastung durch die Pellets standhalten (Schüttgewicht ~650 kg/m). Die Lagerraumwände sowie deren Verankerung im umgebenden Mauerwerk an Decke und Boden müssen sach- und fachgerecht entsprechend den Regeln der Technik ausgebildet sein.  Der Lagerraum muss so beschaffen sein, dass er neben der Gewichtsbelastung der Pellets auch die Belastung von kurzzeitigen Druckschwankungen (bis ca. 20.000 Pa) während der Befüllung standhält.
 E-Installationen Im Lagerraum dürfen keine Elektro-Installationen, offene Leitungen und Sicherungskästen sein. Allenfalls notwendige Elektro-Installationen müssen explosionsgeschützt ausgeführt sein.
Wasserführende Leitungen Wasserführende Leitungen sollten wegen Kondenswasserbildung und der Gefahr von Rohrbruch in Lagerraum vermieden werden.
Türen bzw. Einstiegsöffnungen Türen bzw. Einstiegsöffnungen müssen nach außen aufgehen und dicht sein.
Z-Winkel  An der Innenseite der Türöffnung sind bauseits Holzbretter anzubringen, damit die Pellets nicht gegen die Tür drücken. Die Bretter werden im Z-Winkel geführt. Die Z-Winkel sind nicht bis zur Decke zu montieren, damit die Bretter nacheinander demontierbar sind.
Wandschrägen Bauseits sind zwei stabile staubdichte Wände aus gehobelten Holzbrettern, beschichteten Spanplatten etc. im Winkel von ca. 30 - 45° über die Länge des Lagerraumes anzubringen.

Prallplatte

Eine Prallplatte muss mit dem Abstand von mehr als 10 cm zur Wand an der Mauer gegenüber dem Befüllstutzen angebracht werden. Somit prallen die Pellets beim Einblasen nicht auf die Mauer und werden deshalb geschont.  

 5. Beschickung der Heizung

Welche Möglichkeiten der Beschickung des Brenners gibt es?

Pellets können problemlos von einem Tankwagen in den Lagerraum gepumpt werden und von dort automatisch zum Brenner befördert werden. Pelletheizungen stehen damit in punkto Komfort Ölheizungen in keiner Weise nach.

Prinzipiell werden bei Pellets zwei Varianten zur Beschickung des Kessels aus dem Pelletlager (Raumaustragsysteme) unterschieden.

Schneckensysteme:

Für ein Schneckensystem muss der Lagerraum direkt neben dem Heizraum platziert werden und zudem mit schrägen Wänden/ Schrägboden versehen sein. Um für möglichst viele Einzellösungen die richtige Variante zu bieten gibt es verschiedene Ausführungen von Austragungsschnecken. Es wird zwischen geraden Rohr- und Trogschnecken, geknickten und biegsamen Spiralschnecken unterschieden.

Pneumatische Austragung:

Bei einer pneumatischen Austragung mit Gebläse, sogenannten Saugsystemen kann der Lagerraum bis zu 25 m entfernt sein. Hierbei handelt es sich um die komfortabelste und preiswerteste Variante, lediglich der Geräuschpegel ist etwas höher.

  6. Pufferspeicher

Speichern Sie Wärm wie ein Kamel das Wasser!

Wann ist ein Pufferspeicher notwendig? -> Informationen des TFZ

 7. Schornstein

Was ist bezüglich des Schornsteins bei Pelletheizungen zu beachten?

Bevor Sie Ihre Heizung umrüsten, fragen Sie Ihren Kaminkehrer nach der Eignung des Schornsteins für die neue Heizung. Ältere Schornsteine müssen evtl. nachgerüstet werden.

Baugruppen von Schornsteinen

  • Dreischalige Schornsteine: Sind geeignet für Festbrennstofffeuerungen, aber auch für Öl- und Gasfeuerungen (je nach Zulassung).
  • Zweischalige Schornsteine: Bei dieser Bauart fehlt der säurefest Innenmantel, weshalb diese Schornsteine feuchteempfindlich sind.
  • Einschalige Schornsteine: Moderne Heizkessel können wegen der abgesenkten Abgastemperaturen nicht mehr an einschalige Schornsteine angeschlossen werden, da Schwitzwasser und Säurebildung zu einer Verrottung führen können. Meist ist aber durch eine Querschnittsverringerung mit Hilfe eines Einzugsrohres aus Edelstahl, Keramik oder Schamotte eine Sanierung möglich.

Schornsteindimensionierung und Positionierung

Die Bemessung des für die jeweilige Feuerungsart erforderlichen Schornsteinquerschnitts übernimmt ein Fachmann. Sie erfolgt nach DIN EN 13384. Die Regelung des §19 1. BImSchV (Ableitbedingungen) sind bei der Errichtung einzuhalten. Demnach müssen die Mündung des Schornsteins und Abgasleitungen bestimmte Abstände zu Fenstern, Bauteilen, Wald und Nachbarn einhalten, damit die Abgase nicht Personen oder Bauteile gefährden.

Rechtliche Anforderungen

Eine Übersicht über rechtliche Anforderungen und Vorschriften ist im kostenlosen Handbuch Bioenergie-Kleinanlagen der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) zu finden.

Rechtliche Vorgaben bei der Nutzung von Holzpellets -> Information des TFZ

  

8. Kosten

Welche Kosten kommen bei einer Umrüstung auf Holzpellets auf einen zu?

Anschaffungskosten

Zentralheizung:
Die Kosten für eine Pelletheizung sind stark von der Nennleistung des Kessels abhängig. Die Anschaffungskosten sind häufig doppelt so hoch, verglichen zu den entstehenden Kosten bei der Anschaffung eines Öl- oder Gaskessels. Diese hohen Kosten relativieren sich allerdings durch die günstigeren Brennstoffpreise.

Die Kosten für die einzelnen Komponenten setzen sich wie folgt zusammen:

  • Holzpelletkessel: 4.000-13.000 € je nach Nennwärmeleistung. Laut TFZ entstehen Kosten in Höhe von 12.400-16.000 €
  • Installation der Heizung: ca. 2.000 €
  • Pufferspeicher: abhängig von der Nennwärmeleistung zwischen 800 € und 1.500 €
  • Pelletlager: 1.200-4.000 €
  • Fördersystem vom Lager zum Heizkessel: 1.200-2.000 €
  • Jährlich entstehende Kosten: Wartung ca. 250 €, Schornsteinfeger ca. 100 € und Energiekosten, die beim Betrieb der Heizungskomponenten entstehen in Höhe von ca. 80 €

Eventuell entstehen zusätzlich Kosten für Abgasleitung, hausinterne Wärmeverteilung und deren Montage.

Holzpelletöfen:
Werden lediglich kleinere Holzpelletöfen für Niedrigenergiehäuser oder Öfen für einzelne Räume benötigt, sinken die Kosten auf 2.000-4.000 €.

Rechenbeispiel

Einen Vergleich verschiedener Heizungssysteme hinsichtlich der Anschaffungskosten und laufender Kosten über 20 Jahre liefert die Internetseite www.energie-sparen-im-haushalt.de.

Ein Rechenbeispiel zur Ermittlung der Kosten einer Biomasseheizanlage gibt das Technologie- und Förderzentrum des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Stand September 2012). In diesem Rechenbeispiel wird die Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Biomassefeuerungsanlagen im Leistungsbereich von 15 kW bzw. 30 im Vergleich zu einer Ölheizung dargestellt.

Informationen zu aktuellen Preise von Holzpellets

Fördermöglichkeiten

Informieren Sie sich über Zuschüsse der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Informieren Sie sich zudem über die verschiedenen Marktanreizprogramme für erneuerbare Energien von der Bundesregierung.

Hinweis: Broschüre "Holzpellets - komfortabel, effizient, zukunftssicher" der FNR

  9. Auswahl des Heizkessels

Welche Verbrennungsprinzipen gibt es? -> Information des TFZ

Wann gibt es Förderung vom Staat? -> Förderkompass Energie der Bayerischen Energieagenturen

Welche Hersteller gibt es? -> Information des DEPV

Marktübersicht der FNR über Pelletheizungen

Hinweis: Stiftung Warentest 2011 "Nur wenige feuern gut"

 10. Auswahl eines Fachbetriebes

 Wo finde ich Handwerksbetriebe in der Region? -> Suche der HWK für Oberfranken

 

 

  1. Energie- und Fachberatung

Vor Beginn der Heizungsmodernisierung ist eine unabhängige Fachberatung sehr zu empfehlen.

Seitenanfang