Miteinander von Landwirtschaft-Bioenergie-Naturschutz

Das Fachvorhaben der Bioenergieregion Bayreuth Kulissenplan Bioenergie – Energie | Nahrung | Natur Wege aufgezeigt, wie Konflikte zwischen der Bioenergieerzeugung, der Nahrungsmittelproduktion und dem Natur- und Umweltschutz entschärft werden können.

Das Vorgehen war dreistufig.

 

   

  1. Zunächst wurde für ausgewählte Modellkommunen aus dem Beriech der ILE Wirtschaftsband A0 Fränkische Schweiz eine Potenzialanalyse erstellt
  2. Auf dieser Basis erfolgte in den Modellgemeinden ein moderierter Abstimmungsprozess auf Expertenebene und auf kommunaler Ebene unter Beteiligung der relevanten Akteure und interessierter Bürger.
  3. Umsetzung von ausgewählten Modellprojekten

Die Dokumentationen (= Kulissenpläne) können unten heruntergeladen werden

Ziele

  • Abbau und Vermeidung von Konflikten im Bereich Bioenergie bzgl. einer nachhaltigen Landnutzung
  • Angebot von kommunalen Planungshilfen für die zukünftige Nutzung von regenerativen Energien, v. a. im Bereich der Bioenergie
  • Erhöhung der Akzeptanz in der Bevölkerung gegenüber der Nutzung von Bioenergie im Projektgebiet.
  • Verbesserte Nutzung der Abwärme und damit Erhöhung der Wirtschaftlichkeit bei   Biogasanlagen
  • Energetische Nutzung von Landschaftspflegematerial
  • Vermehrte energetische Nutzung von nachhaltig erzeugten Energiepflanzen

Potenzialanalyse

Die Potenzialanalyse wurde mit folgenden Inhalten für die beteiligten Kommunen erstellt und in Text und Karten dargestellt:

  • Es wurden die Rahmenbedingungen des Anbaus von Biomasse zur Energieproduktion aufgezeigt und untersucht, wie sich dieser mit Zielen des Umwelt- und Naturschutzes verknüpfen lässt.
  • Es wurden die Reststoffe (Material aus der Pflege der öffentlichen Grünflächen und Material aus der Landschaftspflege) betrachtet, die auf kommunaler Ebene anfallen oder gesammelt werden.
  • Es wurde der Bestand an Bioenergieanlagen betrachtet und das Potenzial zur Nahwärmenutzung untersucht.

Abstimmungsprozess


Aus der Potenzialanalyse wurden für die einzelnen Kommunen Handlungsfelder im Bereich der Bioenergie abgeleitet, die sowohl die Ansprüche einer effizienten Biomasseerzeugung als auch die Anforderungen eines nachhaltigen Umwelt- und Naturschutzes berücksichtigen. Diese Handlungsfelder wurden sowohl auf Expertenebene in Werkstattgesprächen als auch in Runden Tischen auf kommunaler Ebene diskutiert. Im Rahmen der „Runden Tische Bioenergie“ diskutierten in den einzelnen Kommunen Bioenergieanlagenbetreiber, lokale Vertreter aus der Land- und Forstwirtschaft, aus dem Naturschutz und Vertreter der Stadt und Gemeinderäte sowie der kommunalen Verwaltungen die Handlungsfelder.

Modellprojekte

Aus den im Abstimmungsprozess erarbeiteten Handlungsfeldern wurden Modellprojekte abgeleitet, zu denen in den Kulissenplankommunen erste Umsetzungsschritte eingeleitet wurden: 

Information und Beratung von Landwirten zur Etablierung von nachhaltig erzeugten Energiepflanzendauerkulturen insbesondere in Wasserschutzgebieten Das Projekt ist auf eine Verknüpfung von Zielen aus dem Boden- und Wasserschutz sowie Natur- und Landschaftsschutz mit der Substratproduktion für Bioenergieanlagen ausgerichtet. Über Informationsveranstaltungen wurden Landwirte für einen Anbau alternativer Energiepflanzen wie etwa von Wildkräutermischungen oder der Becherpflanze (S. perfoliatum) gewonnen und eine entsprechender Feldversuch gestartet. Die eingesetzten Pflanzen weisen Vorteile gegenüber konventioneller Substratherstellung im Ressourcenschutz auf und bieten Lebensraum für Flora und Fauna der Feldflur sowie eine Aufwertung des Landschaftsbildes.   Energetische Verwertung von Landschaftspflegematerial Der zweite Modellprojektbereich hat die Steigerung der energetischen Verwertung von Landschaftspflegematerial zum Ziel. So wurde die energetische Verwertung von Heckenpflegematerial in einer Kommune innerhalb des Projektgebietes durch den Austausch und die Verbesserung von kommunalen Praktiken in der Heckenpflege gefördert. Die soll als Modell für die Ausweitung auf weitere Kommunen  wirken. Dabei ist eine Zusammenarbeit zwischen Biogasanlagenbetreibern und Landschaftspflegeverbänden anzustrenben. Damit könnte eine neue Wertschöpfungskette für bislang unrentables Substrat aufgebaut und gleichzeitig der Arten- und Biotopschutz sowie die Erhaltung der Kulturlandschaft im Projektgebiet gefördert werden.

Verbesserte Nutzung der Abwärme bei Biogasanlagen Bei der Erstellung der Kulissenpläne wird – verzahnt mit der Datenerhebung im Projekt „Effizienzsteigerung durch Mini-ORC – besonders auf Möglichkeiten zur Wärmenutzung von Biogasabwärme geachtet und entsprechende Lösungskonzepte aufgezeigt.

Partner

  • Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth GbR

  • ILE Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz 

  • Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken

  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth

  • Amt für Ernährung,  Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg/Forchheim

  • Regierung von Oberfranken, Höhere NaturschutzbehördeUntere Naturschutzbehörden der Landkreise Bayreuth und Forchheim Wasserwirtschaftsämter Waldbesitzervereinigungen und Bayerische Staatsforsten

  • Bayerischer Landesjagdverband

  • Naturschutzverbände Bayerischer Bauernverband

  • Wasserversorger Netzwerk „Lebensraum Brache“

  • Weitere Kommunen im Projektgebiet 

  • Landnutzer, vor allem Landwirte

Kulissenpläne

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