Fairtrade Landkreis

Als erster Landkreis in Oberfranken erhielt der Lkr. Bayreuth die begehrte Auszeichnung "Fairtrade-Landkreis". Die Zertifizierungsurkunde übergab Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz am 28.3.19 in Pegnitz im Rahmen einer Auszeichnungsfeier im Altenstädter Schloss an Landrat Hermann Hübner.

Der Kreistag des Landkreises Bayreuth hatte am 9.12.2016 beschlossen, dass der Landkreis die Anerkennung als „Fairtrade Landkreis“ anstreben soll, um den Fairen Handel auf regionaler Ebene zu fördern. Daraufhin wurde eine Fairtrade-Steuerungsgruppe eingerichtet.

Alle "fairen" Aktivitäten im Landkreis Bayreuth finden Sie auch als Karte hier

Wie man fair gehandelte Produkte erkennen kann und welche Siegel, Label und Importeure auf fair gehandelte Produkte hinweisen, sind dem Flyer "Fairer Handel - Handeln für mehr Gerechtigkeit" zu entnehmen.

Einen Vergleich der Fairtrade-Siegel hat die Stiftung Warentest vorgenommen.

Um die Anerkennung als Fairtrade-Landkreis zu erhalten, war der Beschluss des Kreistages eine wichtige Voraussetzung. Darüber hinaus mussten fünf weitere Kriterien erfüllt werden, die das Engagement für den fairen Handel in allen Ebenen einer Kommune widerspiegeln.

1.       Faire Produkte in der Kreisverwaltung: Bei allen öffentlichen Sitzungen sowie im Büro des Landrats wird fair gehandelter Kaffee und ein weiteres fair gehandeltes Produkt ausgeschenkt. 

2.       Steuerungsgruppe: Eine lokale Steuerungsgruppe wird gebildet, die auf dem Weg zum Fairtrade-Landkreis die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe muss aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft bestehen. 
 

3.       Fairtrade-Produkte im Sortiment: In den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten. Richtwert ist hier die Einwohnerzahl der Kommune. Für den Landkreis Bayreuth muss dieses Kriterium entsprechend in 21 Einzelhandelsgeschäften sowie in elf Cafés erfüllt sein.

4.        Zivilgesellschaft: Produkte aus fairem Handel sollen in mindestens einer Schulen, einem Verein und einer Kirchengemeinde verwendet werden. Darüber hinaus werden Bildungsaktivitäten zum Thema fairer Handel umgesetzt, oft im Rahmen weiterer Kampagnen von TransFair z. B. der Kampagne Fairtrade-Schools. 

5.       Medien: Die örtlichen Medien sollen von der Steuerungsgruppe über alle Aktivitäten auf dem Weg  zum Fairtrade-Landkreis informiert werden.

 

Hintergrund

Die Kampagne „Fairtrade Towns“ wird von dem gemeinnützigen Verein „TransFair — Verein zur Förderung des fairen Handels in der Einen Welt e.V“ in Deutschland seit 2009 durchgeführt.448 Städte und Landkreise sind bereits ausgezeichnet, darunter 105 Städte und Kreise in Bayern. In Oberfranken sind die Städte Bamberg, Forchheim, Kronach und Ebermannstadt als Fairtrade-Town ausgezeichnet. Landkreisweite Auszeichnungen gibt es auf oberfränkischer Ebene derzeit noch nicht. Der Faire Handel unterstützt Produzentinnen und Produzenten, insbesondere benachteiligte kleinbäuerliche Familien in den Entwicklungsländern, um ihnen eine menschenwürdige Existenz aus eigener Kraft zu ermöglichen. Zum Beispiel decken die festgelegten Mindestpreise die Produktionskosten und sichern so das Existenzminimum. Die gezahlten Aufschläge ermöglichen Investition in die Zukunft. Die Standards des Fairen Handels entsprechen den internationalen Standards der Fairtrade Labeling Organization International (FLO). Die unabhängige FLO-CERT GmbH mit Sitz in Bonn stellt sicher, dass die Produkte mit dem Fairtrade-Siegel nach den internationalen FLO-Standards produziert und gehandelt werden.

Weiter Informationen unter https://www.fairtrade-towns.de/startseite/?no_cache=1

 

 

 

 

Seitenanfang